Sandra Moroe läuft durch die Sakristei der Abteikirche. Sie öffnet einen Schrank und zieht einen Kleiderwagen heraus. Die Küsterin mustert die roten Gewänder und breitet sie auf der Ablage aus. In der Sakristei hat sie schon viele Geistliche auf den Gottesdienst vorbereitet – auch beim Besuch von Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck war sie im Einsatz.
Seit vier Jahren arbeitet die Duisburgerin als Küsterin in der Abtei Hamborn. „Ich hatte damals gehört, dass die Stelle ausgeschrieben war und mich dann näher informiert“, sagt die gelernte Reiseverkehrskauffrau. Sandra Moroe reichte ihre Bewerbung ein, überzeugte im Gespräch und trat zum 1. Juni 2022 ihre Stelle an.
Hostien und Weihrauch bestellen
„Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich“, sagt die 54-Jährige. Sie bestellt Hostien und Weihrauch, bringt schmutzige Gewänder zur Spezialreinigung, dekoriert den Altarraum und stellt Kännchen für Wasser und Wein bereit.
Ihr Wissen hat sie in einem einjährigen Lehrgang erworben. In der Anfangszeitfuhr sie jeden Freitag nach Aachen und besuchte dort ein Seminar. „Das war schon nicht ohne, wir haben jede Woche eine Klausur geschrieben“, sagt die Küsterin. „Aber mit meinem Abschlusszeugnis bin ich sehr zufrieden.“
Kerzen in der Abteikirche anzünden
Ihr Tag beginnt in der Regel um 6.15 Uhr. Vor dem morgendlichen Chorgebet, den sogenannten Laudes, zündet sie die Kerzen in der Abteikirche an. Auch an anderen Orten in der Pfarrei St. Johann ist sie im Einsatz – etwa in der Kirche St. Joseph. „Das ist meine Heimatkirche“, sagt sie. „Ich mag dieses Gebäude mit der Rutschbahnform und den schönen Fenstern.“
Die Sakristei-Mitarbeiterin bindet die Architektur auch in ihre Deko-Ideen ein. Besonders an Hochfesten wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten lebt sie ihre Kreativität aus. Sie holt ihr Smartphone heraus und zeigt ein Bild einer Krippe. „Da habe ich eine neue Lichtinstallation ausprobiert“, sagt sie. „Es macht Spaß, in der Kirche gestalten zu können.“
Fotos: Daniel Elke / Abtei Hamborn